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Was ist eigentlich eine Urtikaria?

Bei einer Urtikaria kommt es zum plötzlichen Auftreten von juckenden Quaddeln an der Haut. Dabei ist es egal, ob die Haut des ganzen Körpers oder nur ein Teil betroffen ist, oder, ob die Quaddeln nur nach bestimmten Reizen (z. B. Kälte oder Sonnenlicht) oder spontan, d.h. scheinbar ohne besonderen Grund auftreten. Nicht selten treten neben Quaddeln (manchmal auch ohne Quaddeln) tiefe Schwellungen der Haut, sogenannte Angioödeme auf.

Urtikaria ist eine der häufigsten Erkrankungen der Haut. Sie ist auch unter den Namen Nesselsucht, Quaddelsucht oder Nesselfieber, im Englischen auch als "hives", bekannt.

Ungefähr jeder vierte Mensch bekommt im Laufe seines Lebens eine Urtikaria. Die meisten dieser Episoden dauern nur wenige Tage oder Wochen und sind unproblematisch. Man spricht dann von einer Akuten Urtikaria. Weitaus schwieriger (zu ertragen und zu behandeln) ist die Chronische Urtikaria, die über mehrere Monate oder Jahre (mitunter Jahrzehnte) bestehen kann.

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Bei einem kleinen Teil der Patienten entwickelt sich aus einer Akuten Urtikaria eine Chronische Urtikaria, d.h., die Beschwerden halten länger als sechs Wochen an. Immer wieder spontan auftretende Quaddelschübe und der damit einhergehende Juckreiz können mit der Zeit zu einem erheblichen Verlust an Lebensqualität führen und betroffene Patienten deutlich einschränken.

Typisch für die Chronische Urtikaria ist das stark und oft schnell wechselnde Beschwerdebild. Es kommt häufig vor, dass trotz täglich auftretender Quaddeln ausgerechnet beim Arztbesuch plötzlich nichts mehr zu sehen ist und man als Patient in Erklärungsnot kommt. Das macht nichts: Allein anhand einer genauen Beschreibung kann die Diagnose zuverlässig gestellt werden. Meistens aber treten die Quaddeln gerade dann auf, wenn man sie wirklich nicht brauchen kann. Hier haben sich Antihistaminika bewährt, die nebenwirkungsarm und zuverlässig vor dem Auftreten der Quaddeln schützen.

Insbesondere dann, wenn die Quaddelschübe täglich auftreten oder zusätzlich Angioödeme die Lage weiter verschlimmern, ist eine Suche nach zugrundeliegenden Ursachen und Auslösern angezeigt.

Ursachen der Chronischen Urtikaria

Als Ursache kommt bei der Urtikaria vieles in Betracht. In der großen Mehrzahl der Fälle lassen sich Ursachen finden, die zu den drei folgenden Gruppen gehören:

  • Überempfindlichkeit (Pseudoallergie) gegen Nahrungsmittelzusätze (Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe), natürlichen Aromastoffen in Obst und/oder Gemüse oder Medikamente
  • Chronische Infekte, die außer der Urtikaria keine weiteren Beschwerden verursachen müssen, z.B. im Verdauungstrakt
  • Unverträglichkeit von körpereigenen Stoffen (Autoreaktivität)

Diagnostik

Ziel der Diagnostik bei Chronischer Urtikaria ist es, deren Ursache zu finden und zu beseitigen. Da eine umfangreiche Abklärung für alle Beteiligten ziemlich aufwendig ist, wird im Allergie-Centrum-Charité ein zweiphasiges Diagnostikprogramm angeboten: In der vierwöchigen Vorlauf-Phase werden zu Hause eine spezielle Diät durchgeführt und der Verlauf der Beschwerden genau protokolliert. Darauf folgt ein einwöchiger stationärer Aufenthalt in der Charité, um insbesondere die verschiedenen Provokationstestungen (z. B. mit Nahrungsmitteln, Histamin, physikalischen Reizen), deren ambulante Durchführungen aufgrund ihrer bis zu 16 Stunden verzögerten teils schwerwiegenden Symptomen zu riskant sind, durchzuführen.

Therapie

Nach erfolgreicher Ursachensuche kann die Therapie ganz einfach sein: Wurde als mögliche Ursache einer Chronischen Urtikaria beispielsweise ein Infektherd gefunden, kann dieser häufig ohne großen Aufwand beseitigt und die Urtikaria so geheilt werden. Andere Ursachen erfordern andere Therapien. Manchmal ist eine ursächliche Therapie auch nicht möglich. Dann kommt eine symptomatische Therapie zur Anwendung. Hierfür stehen wirksame, moderne Medikamente (z.B. Antihistaminika) zur Verfügung, welche nahezu keine Nebenwirkungen aufweisen. Die Auswahl der geeigneten Behandlung erfolgt individuell und richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden und Bedürfnissen.

Eine rein symptomatische Therapie ist auch sinnvoll bei Patienten, die nur selten oder leichte Urtikariabeschwerden haben, und denen eine aufwendige Ursachensuche nicht empfohlen werden kann.

Prognose

Die Prognose der Chronischen Urtikaria ist gut. In einer Vielzahl der Fälle können die verantwortlichen Ursachen behandelt und/oder wichtige Auslöser vermieden werden.

Falls dies nicht möglich ist, können die Beschwerden durch Medikamente wirksam unterdrückt werden. Auch ohne Behandlung der Ursache heilt eine Chronische Urtikaria irgendwann einmal ab, auch von alleine. Leider geschieht dies häufig erst nach Jahren, manchmal sogar erst nach Jahrzehnten.

Tipps bei Chronischer Urtikaria:

  • Ein Beschwerdetagebuch offenbart oft Auslöser, die sonst verborgen blieben. Notieren Sie jeden Tag den Schweregrad Ihrer Erkrankung, alle eingenommenen Medikamente und alle Nahrungsmittel und Getränke.
  • Vermeiden Sie die Einnahme bestimmter Medikamente zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen, der sogenannten "Nichtsteroidalen Antiphlogistika". Hierzu gehören z.B. Acetylsalicylsäure (in Aspirin, Thomapyrin, Spalt etc.), Diclofenac oder Ibuprofen.
  • Patienten mit chronischer Urtikaria berichten häufig über eine Verschlechterung ihrer Beschwerden nach Kaffee oder Alkoholgenuss. Auch scharfe Gewürze werden oft schlecht vertragen.

Fast jeder vierte Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens einmal eine Akute Urtikaria (Nesselsucht). Dann kommt es zur Bildung stark juckender Quaddeln, so wie bei der Berührung mit Brennnesseln und manchmal auch zu Schwellungen der Haut (Angioödeme), z.B. der Augenlider oder der Lippen.

Häufig lässt sich recht genau sagen, was eine Akute Urtikaria ausgelöst hat, nämlich beispielsweise die Einnahme von Medikamenten (auch solche, die zuvor gut vertragen wurden), ein akuter Infekt oder selten Nahrungsmittel. Waschmittel oder Körperpflegeprodukte wie Shampoos, Cremes oder Duschgels sind hingegen fast nie Auslöser einer Akuten Urtikaria.

Glücklicherweise dauert es meist nur wenige Tage, bis die Beschwerden einer Akuten Urtikaria von alleine wieder abklingen. Deshalb wird diese Form der Nesselsucht auch nur symptomatisch behandelt, das heißt, das Auftreten von Quaddeln und Juckreiz wird mit Medikamenten, sogenannten Antihistaminika (auch Antiallergika), unterdrückt.

Deshalb ist es auch nicht notwendig oder sinnvoll, eine intensive Ursachensuche durchzuführen. Entscheidend ist es, mögliche Komplikationen (Luftnot, Schluckbeschwerden) zu erkennen und zu behandeln und mögliche Auslöser, soweit diese bekannt sind, in Zukunft zu meiden.

Tipps bei Akuter Urtikaria:

  • Vermuteten Auslöser zunächst meiden und mit Arzt besprechen
  • Kurzzeitige Behandlung mit Antiallergika, bis die Beschwerden wieder verschwunden sind
  • Ausführliche Diagnostik und Allergietests nicht notwendig
  • Bei Komplikationen wie Luftnot oder Schluckbeschwerden Arzt aufsuchen
  • Wenn Beschwerden länger als 6 Wochen anhalten, Arzt aufsuchen

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