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Allgemeine Infos über Nahrungsmittelallergien

Nahrungsmittelallergien sind häufig und treten bei ca. 2-3% der Bevölkerung auf. Im Erwachsenenalter stehen die pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien im Vordergrund, die aufgrund einer Kreuzreaktion zwischen den verschiedenen Pollenarten (Birke, Beifuss, Gräser) und Lebensmitteln entstehen können. Zu diesen Lebensmitteln zählen z.B. Haselnuss, Apfel, Sellerie und Karotte.

Die Empfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittelallergene kann im Hauttest und/oder durch einen Bluttest nachgewiesen werden.

Dauerhafte Diäten dürfen nicht nur aufgrund positiver Haut- und Bluttests gemacht werden. Eine Nahrungsmittelallergie /-unverträglichkeit lässt sich nur nach einer Diätphase (Eliminationsdiät), die von einer doppelblinden plazebo-kontrollierten Nahrungsmittelprovokation (DBPCFC) gefolgt ist, feststellen. Die Provokationstestung wird in unserer Klinik je nach Schwere Ihrer Reaktion stationär oder ambulant angeboten. Nachdem die Provokation(en) ausgewertet wurden, werden Sie individuell und orientiert an den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beraten. Sie erfahren, wie Sie das (die) betreffende(n) allergene(n) Lebensmittel in der täglichen Kost ohne Gefahr von Nährstoffeinbußen und Verlust der Lebensqualität, vermeiden können. Bei einer nachgewiesenen Nahrungsmittelallergie werden Sie mit Notfallmedikamenten (falls erforderlich) versorgt und mit deren Handhabung vertraut gemacht.

Wenn Sie an einer Pollenallergie leiden und zusätzlich verschiedene Nahrungsmittel nicht mehr vertragen, kann es sein, dass Sie eine sog. "Kreuzallergie" entwickelt haben.

In manchen Nahrungsmitteln befinden sich allergen wirkende Proteine, die den Pollenallergenen von z.B. Bäumen, Kräutern, Gräsern oder Getreiden ähnlich sind. Aufgrund dieser Ähnlichkeit kann es neben den typischen Heuschnupfenbeschwerden auch zu Reaktionen nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel kommen.
Diese als pollenassozierte Nahrungsmittelallergie bezeichneten Reaktionen sind in der Zeit des entsprechenden Pollenfluges besonders ausgeprägt.

Die meisten pflanzlichen Nahrungsmittelallergene sind hitzelabil und führen nur im rohen Zustand zu Beschwerden. Das heißt, sobald das Gemüse oder die Früchte erhitzt wurden, sind sie verträglich.
Ausnahmen bilden Sellerie, Kräuter und Gewürze, die auch nach dem Erhitzen noch Symptome hervorrufen können.
Typische Unverträglichkeitsreaktion ist das "orale Allergie-Syndrom", das sich durch Zungen- und Halskribbeln oder Gaumenjucken äußert. Diese Reaktion ist unangenehm, jedoch meistens harmlos. Schwellungen von Lippen, Zunge oder im Hals können lebensbedrohlich sein. Deshalb ist es wichtig bei diesen Reaktionen immer die Notfallmedikamente bei sich zu tragen und die Handhabung auch Begleitpersonen zu erklären.

Die klassischen Kreuzallergene zu Birkenpollen sind:

  • Stein- und Kernobst (z.B. Apfel, Birne, Kirschen, Pflaumen, Nektarine)
  • Nüsse (z.B. Haselnuss, Paranuss, Walnuss)
  • Gemüse (z.B. Sellerie, Möhre)
  • diverse Gewürze

Die klassischen Kreuzallergene zu Beifußpollen sind:

  • Sellerie
  • Möhre
  • Paprika
  • diverse Kräuter und Gewürze (Anis, Knoblauch, Fenchel, Pfeffer usw.)

Die klassischen Kreuzallergene zu Gräser- und Getreidepollen sind:

  • Soja und Sojaprodukte
  • Getreidemehle
  • Erdnuss und Erdnussprodukte

Ob und inwieweit der Verzehr pollenassozierter Nahrungsmittel zu Unverträglichkeitsreaktionen führt, muss individuell untersucht werden, da nicht jeder Pollenallergiker auch eine Nahrungsmittelallergie entwickelt.
Eine spezifische Immuntherapie ist eine Art "Impfung" gegen das Pollenallergen. Je früher mit einer sog. Hyposensibilisierung begonnen wird, desto größer ist die Chance, die Allergie und somit auch die pollenassozierte Nahrungsmittelallergie zu verlieren.

Liegt eine Unverträglichkeit des Körpers gegenüber histaminhaltigen Lebensmitteln vor, so spricht man von Histaminintoleranz.

Histamin ist ein biogenes Amin und entsteht neben Tyramin, Serotonin und Phenylethylamin im Proteinstoffwechsel aus Aminosäuren.

Der Begriff "biogen" begründet sich darin, dass meistens Mikroorganismen wie Bakterien an diesem Stoffwechselgeschehen beteiligt sind. Deshalb enthalten Lebensmittel, die einer mikrobiellen Reifung unterliegen, vermehrt Histamin.
Hierzu gehören vor allem lang gereifte Käsesorten und Rohwurst (Salami, Cervelatwurst), aber auch Rotwein, Sauerkraut und Fischkonserven.

Histamin wird im menschlichen Organismus enzymatisch durch die Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Bei erhöhter Zufuhr von biogenen Aminen kann es jedoch bei empfindlichen Personen zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fließschnupfen oder verstopfter Nase, Magen-Darm-Beschwerden oder auch Nesselsucht und Juckreiz der Haut kommen.

Als Ursache einer Histaminintoleranz wird derzeit ein Mangel des Enzyms (DAO) und/oder eine verminderte Aktivität dieses Enzyms diskutiert. Eine Verstärkung der Histaminbelastung entsteht dann, wenn gleichzeitig eine "echte" Allergie vorliegt und deshalb erhöhte Plasmahistaminspiegel zu erwarten sind, außerdem bei entzündlichen Darmerkrankungen oder bei Enzymhemmung durch Alkohol, verschiedene Medikamente und andere biogene Amine.

Histaminbedingte Lebensmittelunverträglichkeiten unterscheiden sich von einer "echten" Allergie dadurch, dass sie weder im Blut- noch im Hauttest nachzuweisen sind. Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz sollte daher stets ein Allergologe und eine Ernährungsfachkraft aufgesucht werden, denn nur durch eine umfassende Diagnostik inklusive Eliminationsdiät (histaminarme Diät) und anschließender Provokation kann eine genaue Beurteilung des Krankheitsbildes erfolgen. 

Die häufigsten Auslöser sind Lebensmittel, die Histamin in großen Mengen enthalten oder zu einer Histaminausschüttung führen:

  • Alkoholische Getränke, vor allem Rotwein (die Wirkung wird durch den Alkohol verstärkt, da die Durchlässigkeit der Magen-Darmschleimhaut erhöht wird)
  • Käse, besonders lang gereifte Käsesorten wie Emmentaler
  • Schokolade/Kakao
  • Rohwurstsorten, z. B. Salami
  • Nüsse, besonders Walnüsse
  • Tomaten (große Mengen von Ketchup!!)
  • Sauerkraut und andere milchsauer eingelegte Gemüsesorten
  • Spinat
  • Fischzubereitungen (z. B. Konserven)
  • Selten z. B. sehr reife Bananen, Zitrusfrüchte, Himbeeren, Erdbeeren

Der Begriff "Pseudoallergie" beschreibt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der allergieähnliche Symptome und Beschwerden auftreten.
Allerdings bildet der Körper dabei keine speziellen Abwehrstoffe, sog. IgE-Antikörper, die bei einer allergischen Reaktion gebildet werden und schließlich auch im Blut nachgewiesen werden können. Das heißt, dass die klassischen Untersuchungen, wie Hauttest und Bluttest (IgE-Nachweis im Blut) bei einer Pseudoallergie nicht aussagekräftig sind.
Weitere Unterschiede sind, dass bei einer Pseudoallergie schon beim Erstkontakt mit einer Substanz Symptome auftreten können, und dass sie dosisabhängig ist, d.h. es besteht die Möglichkeit, dass geringe Mengen der Substanz vertragen werden und erst bei Überschreiten eines gewissen Grenzwertes die Reaktion auftritt.

Zu den vermuteten Auslösern von Pseudoallergien gehören Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker u.a., aber oft auch ganz natürliche Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, z.B. Aromastoffe, Benzoate und sog. biogene Amine (z.B. in langreifenden Käsesorten, Wein etc).

Folgende Begriffe der Zutatenliste weisen auf die Verwendung von Zusatzstoffen hin:
E100-E1518, Farbstoff, Konservierungsstoff, Geliermittel, Emulgator, Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel, Stabilisator, Schmelzsalz, Feuchthaltemittel, Antioxidationsmittel, Süßstoff, Süßungsmittel, Trennmittel, Überzugsmittel, Backtriebmittel, Festigungsmittel, Mehlbehandlungsmittel, modifizierte Stärke, Schaummittel, Schaumverhüter, Aroma(-stoffe).

Lücken und Tücken der Kennzeichnungs-Verordnung:
Folgende Lebensmittel können Zusatzstoffe enthalten, ohne dass diese deklariert sind:

  • unverpackte, verarbeitete Lebensmittel (z.B. Brot, Kuchen, Wurst, Feinkostsalate etc.)
  • Kartoffelprodukte (Kroketten, Pommes Frites, vorgeschälte Kartoffeln etc.)
  • viele alkoholische Getränke
  • Schokolade, Pralinen, Cremespeisen etc.
  • Lebensmittel mit zusammengesetzten Zutaten (z.B. Fruchtzubereitung im Joghurt)

Der Nachweis einer Pseudoallergie gestaltet sich aufgrund des Fehlens der IgE-Antikörper schwieriger als die normale Allergiediagnostik.
Pseudoallergien lassen sich nur durch eine mehrwöchige Auslassdiät mit anschließender Provokation (Testung der möglichen Auslöser) diagnostizieren. Die pseudoallergenarme Ernährung wird für ca. 3 Wochen durchgeführt. Der Diäterfolg stellt sich meist erst nach 10-14 Tagen ein. Es ist wichtig, dass die Diät in der ganzen Zeit strikt eingehalten wird, da jeder Diätfehler einen Diäterfolg herauszögert.
Erst nach erfolgreich durchgeführter Diät kann mit der Austestung begonnen werden.

Hier finden Sie Info-Flyer zu folgenden Themen:

Außerdem halten wir Informationen zu unserer Neurodermitisschulung "Aktiv mit der Neurodermitis umgehen lernen" als pdf-Datei für Sie bereit.

Terminbuchung für neue Patienten

Um Ihnen einen größtmöglichen Service zu bieten, haben wir für neue Patienten, die erstmals zu uns überwiesen werden, eine selbst terminierbare Sprechstunde am ersten und dritten Mittwoch jeden Monats eingerichtet.

Diese ist so gestaltet, dass sie sich selbst einen Termin buchen können. Patienten ohne Termin können nicht mehr angenommen werden. Je mehr Informationsmaterial aus vorangegangenen Untersuchungen sie mitbringen umso besser.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Gesamtzahl der Termine pro Tag begrenzt ist. Die Freischaltung des Kalenders erfolgt jeweils direkt am Folgetag des ersten bzw. dritten Mittwoch im Monat.

Hier geht es zur Terminbuchung.

Terminvereinbarungen

Bitte wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Krankenkasse und Vorstellungsgrund an folgende E-Mail-Adresse:

Telefonisch:

Für Patienten mit einer gesetzlichen Krankenversicherung:
Mo - Fr 12:00 - 14:00 Uhr. Tel.: 030-450 518 058

Für Patienten mit einer privaten Krankenversicherung:
Mo - Fr 8:00 - 14:00 Uhr. Tel.: 030 450 618 349

Bitte beachten Sie unsere wichtigen Hinweise zur Terminvergabe!

Kurzfristige Terminabsagen Tel.: 030-450 618 058.

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