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Mikroben lösen Rheuma aus (Rheinpfalz, 28.06.2012)

Montag, 02. Juli 2012

Studie an der Berliner Charité: Einfluss auch auf andere schwerwiegende Krankheiten

Die große Menge an Mikroorganismen, die unseren Körper bewohnt, hat entscheidenden Einfluss darauf, ob so schwerwiegende Erkrankungen wie Schuppenflechte, Multiple Sklerose, Arthritis, Rheuma, Diabetes oder Morbus Cron entstehen. Das zeigt eine Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der Charité - Universitätsmedizin Berlin und des Instituts for Research in Biomedicine, Belinzona/Schweiz, unter der Leitung von Dr. Christina Zielinski von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Charité.

Die Ergebnisse, die jüngst in dem renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht wurden, zeigen, dass bestimmte Pilze Immunzellen aktivieren, die an der Entstehung dieser chronisch entzündlichen Autoimmunerkrankungen beteiligt sind. Andere Mikroben wiederum, insbesondere Bakterien, die natürlicherweise unsere Haut besiedeln, lösen dagegen eine antientzündliche Reaktion bei diesen Immunzellen aus.

In und auf unserem Körper leben mehr Mikrobenzellen als unser eigener Körper Zellen hat. Alleine die Zellen unserer Darmflora wiegen zusammen etwa 1,5 Kilogramm.

Die Zusammensetzung unserer Mikroflora, sagt Zielinski, habe einen entscheidenden Einfluss darauf, ob die Immunzellen krankheitsverursachend reagieren oder antientzündlich, also eine chronische Erkrankung auslösen oder nicht. Die Forscher identifizieren Interleukin 1b, ein körpereigenes Hormon, als wesentliches Signal. Interleukin 1b wirkt wie ein molekularer Schalter in der Immunzelle und veranlasst sie, entzündliche Botenstoffe auszuschütten. Fehlt Interleukin 1b oder ist es blockiert, reagiert die Immunzelle antientzündlich. Zielinski, die in Neustadt in der Pfalz aufgewachsen ist, sagt, sie sei davon überzeugt, dass ein Ungleichgewicht unserer mikrobiellen Flora einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung chronisch entzündlicher Erkrankungen wie Rheuma, Morbus Cron, Diabetes oder Schuppenflechte habe. Um daraus jedoch Ernährungstipps oder andere Ratschläge für eine gesunde Lebensführung abzuleiten, sei es noch zu früh. Die Forschung befinde sich noch in einem frühen, grundlegenden Stadium. Wir sollten aber, sagt sie weiter, die Mikroflora unseres Körpers als Teil von uns selbst akzeptieren und als wichtigen Faktor für unsere Gesundheit. (oli)

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